Die
Hyperthermie ist eine
Tumortherapie, die sich rasch weiterentwickelt. Das Wort Hyperthermie bedeutet
„erhöhte Temperatur“ und bezeichnet in der Onkologie die
Erwärmung von Tumoren. Die Erhöhung der Tumortemperatur hat mehrere günstige physiologische Wirkungen, beispielsweise eine verringerte relative Durchblutung des Tumors, Zellmembranveränderungen, Azidose, ATP-Verlust, eine veränderte DNA-Replikation und eine verstärkte Immunreaktion.
Diese Behandlungsweise liefert gute klinische Ergebnisse bei nur leichten Nebenwirkungen. Zur selektiven therapeutischen Hyperthermie lokalisierter Tumoren stehen heute außerdem mehrere grundlegend verschiedene technische Lösungen zur Verfügung, bei denen die Hyperthermie entweder allein oder in Verbindung mit anderen Krebstherapien eingesetzt wird.
Gefäßveränderungen 
Es wurde nachgewiesen, dass ein Temperaturanstieg in bestimmten Tumoren eine Vasokonstriktion bewirkt, die wiederum zu einer verringerten Durchblutung und Wärmeleitung führt, während gleichzeitig in gesunden Geweben eine Vasodilatation und hierdurch eine stärkere Durchblutung und Wärmeleitung in diesem Bereich verursacht werden. Da die Durchblutung und Wärmeleitung im Tumor verringert werden, bleibt die von der Hyperthermie erzeugte Wärme im wesentlichen im Tumor und verursacht eine selektive Erhöhung der Tumortemperatur. Häufig wurde jedoch ein verstärkter Blutfluss aufgrund der Hyperthermie beobachtet. Dennoch ist die Durchblutung des Tumors stets
geringer als die Durchblutung des umgebenden gesunden Gewebes, sodass eine wirksame Hitzefalle entsteht.
Azidose
Die Tumorzelle ist nun weiter auf anaerobe (ohne Sauerstoff) Energiegewinnung angewiesen. Die Hyperthermie steigert die Geschwindigkeit biochemischer Reaktionen und daher auch den Stoffwechsel, so dass es zu Hypoxie und einem anaeroben Stoffwechsel kommt, bei dem Laktat produziert wird. Die Tumorzelle wird intrazellulär übersäuert, dies führt zur verstärkten Zellzerstörung.
Kombinationsbehandlungen 
Die meisten heutigen Krebsbehandlungsmethoden sind aufgrund ihrer hohen Toxizität schwer verträglich. Meist werden die Patienten mit Chemotherapie und Strahlentherapie bis zur Toxizitätsgrenze behandelt, um eine maximale Tumorzerstörung zu erzielen. Diese Behandlungsmethoden reichen häufig jedoch nicht aus. Die Hyperthermie ist ideal als Kombinationstherapie geeignet. Sie ist mit einer nur geringen Toxizität und nur leichten Nebenwirkungen verbunden und bewirkt nachweislich Synergien mit vielen der herkömmlichen Behandlungsverfahren.